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Freitag, 30.03.2018

7 Tote und hunderte Verletze bei palästinensischen Protesten

Bei palästinensischen Massenprotesten sind am Freitag im Gazastreifen mindestens sieben Palästinenser von der israelischen Armee getötet worden. Insgesamt versammelten sich rund 17.000 palästinensische Demonstranten an fünf Orten im Gazastreifen, wie örtliche Medien unter Berufung auf Militärangaben berichteten. Mit dem "Marsch der Wiederkehr" fordern sie ein Rückkehrrecht für palästinensische Flüchtlinge.

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden zudem hunderte Palästinenser durch Geschützfeuer und Tränengas verletzt.Hamasführer Ismail Hanijeh erklärte laut Berichten vor den Demonstranten, der Marsch sei der Beginn der Rückkehr ins gesamte Palästina. Ohne eine Rückkehr in das ganze Land Palästina werde es keine Lösung im israelisch-palästinensischen Konflikt geben.

Israel schickte massiv Truppen in die Grenzregion und erklärte den Bereich entlang der Sperranlage zum Gazastreifen zum militärischen Sperrgebiet. Die israelische Armee erklärte, die Demonstranten hätten Reifen verbrannt sowie mit Steinen und Molotowcocktails auf die Soldaten gezielt. Man werde keine Verletzung der israelischen Souveränität oder Angriffe auf die Grenzanlage dulden, so das Sprecherbüro der Armee. Zuvor hatte die Armee gewarnt, sie werde das Feuer auf jeden eröffnen, der versuche, die Grenze zu durchbrechen.

Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman warnte die Gazabewohner in einer auf arabisch verbreiteten Twitternachricht, die Hamasführung spiele mit dem Leben der Demonstranten.Die israelische Menschenrechtsorganisation "Adalah" kritisierte die Schüsse auf unbewaffnete palästinensische Zivilisten als illegal. Scharfe Munition im Einsatz gegen unbewaffnete Zivilisten stelle eine brutale Verletzung der völkerrechtlichen Verpflichtung dar, zwischen Zivilisten und Kämpfern zu unterscheiden, hieß es am Freitagnachmittag in einer Stellungnahme.

Der heutige Freitag wird von den Palästinensern als "Tag des Bodens" begangen, der sich gegen Landenteignung der arabischen Bevölkerung durch Israel richtet. Die Proteste sollen bis zum 15. Mai andauern, dem Jahrestag der israelischen Staatsgründung, den die Palästinenser als Tag der Katastrophe (Nakba) und der Vertreibung begehen. Zusätzliches Konfliktpotenzial birgt der von den USA beschlossene Umzug der Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem am 14. Mai.