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Mittwoch, 13.12.2017

"Jeder Zweite hat ne Waffe"

Waffenhandel wächst rasant - Gesamtwert der von den 100 größten Unternehmen im Jahr 2016 gehandelten Waren und Dienstleistungen 374,8 Milliarden US-Dollar

Stockholm/Berlin (KNA) Erstmals seit fünf Jahren haben internationale Rüstungskonzerne wieder mehr Waffen verkauft. Wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri am Montag mitteilte, betrug der Gesamtwert der von den 100 größten Unternehmen im Jahr 2016 gehandelten Waren und Dienstleistungen 374,8 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einer Steigerung um 1,9 Prozent im Vergleich zu 2015 - nachdem die Werte in den fünf davor liegenden Jahren rückläufig waren. In Deutschland sorgten die Zahlen für Kritik aus der Opposition. 

Mit 217,2 Milliarden US-Dollar und einem Zuwachs von 4 Prozent lagen US-Unternehmen an der Spitze des Rankings. Die größte Waffenschmiede Lockheed Martin kam im vergangenen Jahr auf ein Plus von 10,7 Prozent. Mehr als jeder zweite Verkauf von Rüstungsgütern - 57 Prozent - ging auf das Konto von Firmen aus den Vereinigten Staaten. 


Die Kennziffern für westeuropäische Unternehmen blieben 2016 im Vergleich zum Jahr davor laut Sipri mit 91,6 Milliarden US-Dollar weitgehend stabil. Allerdings gebe es bei näherer Betrachtung Unterschiede. Während die Experten bei europäischen Joint Ventures sowie französischen und italienische Unternehmen rückläufige Absatzzahlen verzeichneten, konnten britische Unternehmen ihre Verkäufe um 2 Prozent steigern, deutsche Firmen um 6,6 Prozent. 


Neben den USA und Europa gehören laut Sipri auch Russland und "Aufsteiger" wie Brasilien, Indien, die Türkei und Südkorea zu wichtigen Akteuren auf dem Rüstungs- und Waffenmarkt. So habe Südkorea einen Zuwachs um 20,6 Prozent bei den Verkäufen erzielt.Das Deutsche Institut für Menschenrechte nahm unterdessen in einer eigenen Studie deutsche Waffenexporte nach Saudi-Arabien und Mexiko unter die Lupe. Diese standen zuletzt immer wieder in der Kritik. Die Bundesregierung müsse bei der Genehmigung von Waffenexporten stärker als bislang prüfen, ob diese Lieferungen Menschenrechtsverletzungen begünstigen, mahnten die Experten. "Sie darf sich nicht allein und ausschließlich auf Zusagen und Untersuchungen ihrer außenpolitischen Partner verlassen."