Newsinternational Freitag, 24.11.2017 |  Drucken

Vatikan eröffnet neuen Botschaftssitz in Malaysia

Erzbischof Becciu: "Die religiöse und kulturelle Vielfalt könne ein positiver Anreiz für mehr Dialog und gegenseitiges Verständnis sein" - malaysianische Verfassung garantiere Religionsfreiheit sowie Gleichheit der Religionen

Vatikanstadt (KNA) Der Vatikan hat einen neuen Botschaftssitz in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur eröffnet. Kurienerzbischof Angelo Becciu, Leiter der Abteilung für Allgemeine Angelegenheiten im vatikanischen Staatssekretariat, nannte die neue Nuntiatur ein Zeichen des internationalen Engagements des Heiligen Stuhls und seiner Sorge für die katholische Gemeinschaft in Malaysia.

Becciu betonte laut dem am Donnerstag vom Vatikan veröffentlichten Redeskript, das Gebäude sei nach den nationalen Richtlinien für ökologisches Bauen, dem Green Building Index, errichtet worden. Dies sei ein "bescheidener, aber konkreter Beitrag" zu der umfassenden Ökologie, für die Papst Franziskus eintrete.




Im Juli 2011 hatte der Vatikan volle diplomatischen Beziehungen mit Malaysia aufgenommen. Der erste Botschaftssitz lag im Stadtteil Bukit Bintang, einem beliebten Einkaufs- und Vergnügungsviertel. Die jetzige päpstliche Vertretung liegt knapp drei Kilometer nordöstlich im Botschaftsviertel Tama U-Thant.




Erzbischof Becciu nannte die Nuntiatur "eine Art Kanal", durch den die lokalen Kirchengemeinden ihre Anliegen mitteilen könnten, mit dessen Hilfe der Papst aber auch die "Sorge der Kirche für die ganze Menschheit" bekunde. Mit Blick auf die Staatsreligion Islam sagte Becciu, religiöse und kulturelle Vielfalt könne ein "positiver Anreiz für mehr Dialog und gegenseitiges Verständnis" sein.




Die malaysische Verfassung spreche zwar von der Bedeutung des Islam für die nationale Identität, garantiere aber zugleich Religionsfreiheit und Gleichheit der Religionen, hob Becciu hervor. In Malaysia leben unter rund 31 Millionen Einwohnern nach Vatikanangaben rund 3,7 Prozent Katholiken. Christliche Kirchen in dem Land beklagten immer wieder Repressionen und ein Schüren religiöser Spannungen.





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